Funktionalität

Hat man sich am Design des Gehäuses sattgesehen, kann mit dem Hardwareeinbau begonnen werden. Wie bereits angemerkt, liegt auf dem Mainboardtray eine Art Schablone zum Finden der richtigen Bohrungen, was den Mainboardeinbau deutlich erleichtert. Das Hochgefühl dabei erlebten wir allerdings erst, als wir das Mainboard einsetzten: Es hat unglaublich viel Platz! Kein Verkanten und kein Drücken ist notwendig, das Board lässt sich trotz noch so hohem Scythe-Kühler bequem auf dem Tray platzieren, wo auf den Millimeter genau positionierte Abstandshalter und eine satt, aber ohne Aufwenden von großem Druck eingerastete I/O-Blende warten. Dennoch ein winziger Kritikpunkt: Zwischen dem Tray und der Netzteilschiene sind nur wenige Millimeter Platz, sodass es eventuell Probleme mit CPU-Kühlern geben könnte, die über die Kante des Boards hinausragen.

Beim Einbauen des Netzteils stellten wir fest, dass eine der Bohrungen nicht ganz exakt liegt, sodass ein wenig Druck und die Hebelwirkung angewendet werden müssen. Dies fällt aber nicht weiter ins Gewicht. Praktisch ist auch die Kabelklemme auf dem Mainboardtray, die dazu gedacht ist, den Kabelstrang des Netzteils zu fixieren. Der Gesamtstrang kann mit dieser Klemme allerdings nur gehalten werden, wenn er sich auf der dem Tray zugewandten Seite befindet - andernfalls kann sie nur zum Halten der überschüssigen Netzteilkabel genutzt werden.

Weniger angenehm gestaltet sich das Einsetzen von langen Grafikkarten. Die verwendete GeForce 8800GTX reizt den vorhandenen Platz restlos aus und muss sogar verkantet eingesetzt werden, um die Slotblende an der Gehäusekante vorbeizubekommen. Soll eine auch nur leicht längere Karte eingesetzt werden, müsste gezwungenermaßen auf ein anderes Gehäuse zurückgegriffen werden.

Alle Laufwerke und Festplatten werden mit farblich codierten Rändelschrauben montiert. Zur farblichen Zuordnung befindet sich an der Seite des 5,25"-Käfigs eine Übersicht. Die Festplatten werden über eingesetzte Gummiringe entkoppelt - dies ist ein einfach und kostengünstiger Weg, die Schwingungen der Platten zu reduzieren.

Beim Lüftereinbau stellte sich eine entscheidende Frage: Wie schafft man es, einen Redakteur fünfzehn Minuten lang mit dem Einbau eines einzigen Frontlüfters zu beschäftigen? Das gestaltet sich relativ einfach: Man lege keinerlei erklärende Dokumente bei, lasse keine ersichtlichen Bohrungen auf Front oder Chassis zurück und verwende dann noch zum Einbau zwei speziell zu montierende Rahmen. Eine sehr schwache Leistung, verglichen mit den wirklich innovativen restlichen Features des Gehäuses.
Hat man die Rahmen allerdings einmal gefunden, kann einem nur noch ein Denkfehler den Einbau zusätzlich erschweren - indem man zunächst die Rahmen und dann den Lüfter montieren möchte. Zwischen dem Feststellen des Fehlers und dem erneuten Ausbauen, Anschrauben des Lüfters und Wiedereinsetzen des Rahmens können dann nur noch wenige Minuten vergehen.
Immerhin ist der dann erfolgreich verbaute 140mm-Lüfter dank seiner 800 Umdrehungen pro Minute nicht zu hören, was Testerohren durchaus freut. Zudem leuchtet er im Betrieb und taucht damit die Front in ein blaues Licht. Beim Hecklüfter entschied man sich für die konventionelle Montage mittels vier gewindeschneidenden Schrauben.

Zu guter Letzt haben wir noch einen Temperaturvergleich zwischen dem altbewährten Chieftec "Dragon" CS-601 und dem neuen "Black Box"-Gehäuse angestellt.
Die Hardware wurde jeweils in die entsprechenden Gehäuse verbaut und nach deren Möglichkeiten gekühlt.

Zum Einsatz kam hierbei:

Chieftec CS-601:

  • 2x Yate Loon D12-SL12, 5V (Front/Heck)
  • 1x Antec TriCool, 7V (CPU)
  • Tagan TG480-U01, 2x80mm Yate Loon (temperaturgesteuert)

Cooltek "Black Box":

  • 1x Cooltek 140mm, 800rpm, 12V
  • 1x Yate Loon D12-SL12, 5V (Heck)
  • 1x Antec TriCool, 7V (CPU)
  • Tagan TG480-U01, 2x80mm Yate Loon (temperaturgesteuert)

Die eingesetzte Hardware bestand aus:

  • Intel Core2 Duo E6750 @3GHz, 1,35 VCore
  • abit IP35-E Mainboard
  • Sparkle GeForce 8800GTX, Accelero Xtreme, Standardtakt
  • Samsung HD501LJ

Auf die Darstellung von Delta-Werten zur Raumtemperatur haben wir verzichtet, da diese vernachlässigbar geringe Unterschiede zu den jeweiligen Messzeitpunkten aufzeigte. Wir haben die absoluten Temperaturen in folgenden Tabellen zusammengefasst - Die Ergebnisse fallen fast sämtlich zugunsten der "Black Box" aus:

Idle

  



Load

  

Zwar konnten wir der Black Box leicht höhere GPU-Temperaturen zur Last legen, führen dies aber auf die Tatsache zurück, dass auf der eingesetzten GeForce 8800GTX ein Accelero Xtreme mit quer zum Luftstrom angeordneten Kühlrippen zum Einsatz kommt. Einen deutlichen Vorsprung hat das Cooltek-Gehäuse in Sachen HDD-Belüftung: wie aus der Tabelle ersichtlich, wird die Samsung-Festplatte um einiges besser durch den 140mm-Lüfter gekühlt als durch den 120mm-Lüfter im Chieftec-Gehäuse.