Innenaufbau

Der Innenraum zeigt sich sauber und aufgeräumt. Es sind keine scharfen Kanten zu finden. Beim Abnehmen der Seitenwand fällt dem Nutzer sofort der Schaumstoff an der Innenseite auf. Dieser hat 2 Funktionen: Zum einen dämmt er die Geräusche aus dem Innenraum, zum anderen verhindert er durch sein Gewicht, dass das doch relativ leichte Aluminium der Seitenwand bei Vibrationen mitschwingt. Wieder ein Aspekt an dem man sieht, dass Cooler Master bei dem Cosmos den Schwerpunkt auf ein leises Betriebsgeräusch legt. Beim näheren Betrachten der Materialwahl des Grundgerüstes wird dies noch deutlicher. Statt Aluminium verwendet der Hersteller Stahl für das Grundgerüst. Durch das höhere Gewicht schwingt das Gehäuse bei leichten Vibrationen nicht mit.

Doch kommen wir zum Innenraum zurück. Ein kleines, aber sehr sinnvolles Detail ist die Mainboardschablone. Diese ist ab Werk auf dem Mainboardschlitten mit Klebeband fixiert und zeigt dem Nutzer wo er die Abstandshalter für das Mainboard verbaut werden müssen. Der Mainboardschlitten an sich bietet sogar Platz für ein E-ATX Mainboard und damit auch die nötigen Löcher um die Kühlkörper für Intel® Xeon Prozessoren zu verschrauben. Das Cooler Master Cosmos kann somit auch als Unterbau für leistungsfähige Workstations dienen.

Entgegen der normalen ATX-Norm wird das Netzteil im Boden verbaut. Die Blende bietet die Möglichkeit das Netzteil mit dem Lüfter nach oben, also zum Innenraum zeigend, oder mit dem Lüfter nach unten zeigend zu montieren. Für die letztere Variante hat Cooler Master eine Art Ansaugkanal gebaut, welcher am oberen Rand sogar mit Moosgummi versehen ist, damit keine warme Luft aus dem Innenraum angesaugt wird und sich das Netzteil nicht unnötig aufheizt. Unter dem Ansaugkanal liegt einer der bereits vorhin erwähnten Staubfilter. Leider muss dafür das Netzteil auch mindestens 16cm lang sein, ansonsten wird trotzdem warme Luft vom Netzteil angesaugt. Vor dem Netzteil befindet sich ein 120mm Lüfter, welcher ebenfalls gefilterte, kalte Luft vom Boden ansaugt. Das Lüftergitter des Lüfters besitzt Lamellen, welche den Luftstrom in Richtung der Erweiterungskarten leiten, welche damit nochmals zusätzliche Kühlung erfahren.

Im vorderen Bereich befinden sich insgesamt 6 Plätze für den Einbau der Festplatten. Cooler Master wäre nicht Cooler Master, wenn man sich hier nicht wieder etwas Besonderes hätte einfallen lassen: Die Festplatten werden nämlich nicht irgendwie verbaut, sondern mit Einschubrahmen. Diese sind aus Aluminium gefertigt und besitzen Gummipuffer an den Schraubenlöchern, um die Festplatten zu entkoppeln. Die Puffer hätten jedoch eine Spur weicher sein können, um effektiver zu entkoppeln. Dennoch ist deutlicher Unterschied zu einer direkten Verschraubung vorhanden. An der Front der Einschubrahmen befindet sich ein Bügelgriff, um die Rahmen problemlos entnehmen zu können. Zudem kann der Griff an 2 Punkten einrasten und sitzt fest an seinem Platz, sodass er keine Vibrationen durch die Festplatte übertragen kann. Die Rahmen selber werden zusätzlich mit einer Thumbscrew fixiert, somit wird ein versehentliches Herausrutschen aus der Halterung des Rahmens verhindert. Die Festplatten selber werden, einmal verbaut, nicht direkt durch einen Lüfter sondern nur durch den Luftstrom im Gehäuse gekühlt.

Dazu muss man erwähnen, dass im Normalfall 3 Lüfter aus dem Gehäuse hinaus blasen und nur einer in das Gehäuse hinein. Das hat einen leichten Unterdruck zur Folge. Da das Cosmos ansonsten luftdicht ist, kann die Luft, um den Unterdruck auszugleichen, nur an bestimmen Stellen in das Gehäuse strömen. Solche Öffnungen sind dann bei den Festplatten und bei dem Lüfterkanal für die Grafikkarten vorhanden. Das ermöglicht einen direkten Luftzug ohne einen extra Lüfter einsetzen zu müssen.
Über den Einbaurahmen für die Festplatten finden sich die Plätze für die optischen Laufwerke und das externe 3,5" Laufwerk. Anstelle von diesem kann übrigens auch der Lüfter aus dem Boden dort verbaut werden, dann gehen aber mindestens zwei 5,25"-Schächte verloren. Für den Einbau der Laufwerke verwendet Cooler Master ein sehr einfaches System. Es werden weder Schrauben noch irgendwelche Schienen oder ähnliches verwendet. Einfach die Blende in der Front entnehmen, Laufwerk einschieben und einen Knopf drücken. Simpler geht es nicht, zudem sitzen die Laufwerke fest an ihrem Platz. Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch die Tatsache, dass die Laufwerke zumindest auf der rechten Seite, nicht verschraubt werden können. So wird es unweigerlich zu Problemen bei Dämmboxen für Festplatten, kurzen Lüftersteuerungen und ähnlichen Zubehör für den 5,25" Schacht kommen. Schade, denn durch ein Weglassen einer Platte rechts neben den Laufwerksschächten oder ein entsprechendes Loch in selbiger hätte, sich der Umstand vermeiden lassen können.

Im Deckel des Gehäuses sind zwei weitere 120mm Lüfter vorhanden, welche die warme Luft nach außen transportieren sollen. Alternativ sind auch Bohrungen für zwei 140m Lüfter vorhanden. Erfreulicherweise bieten diese Lüfter, wie auch alle anderen im Gehäuse, die Möglichkeit sowohl an einem 3-Pin Molex Anschluss als auch an einem 4-Pin Stromstecker betrieben zu werden. Somit steht es frei eine Lüftersteuerung für die verbauten Lüfter zu verwenden oder nicht.
Der Heckbereich bietet ein gewohntes Bild: Platz für die normale ATX Blende, einen 120mm Lüfter und 7 Plätze für Erweiterungskarten. Diese werden mit Thumbscrews fixiert, somit ist eine werkzeuglose Montage ohne Probleme möglich. Über der ATX-Blende befinden sich zudem die anfangs schon einmal erwähnten Schlauchdurchführungen für eine Wasserkühlung.