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Innenaufbau


Da, wie bei einer Frau, nicht nur äußere Schönheit, sondern auch innere Werte zählen, wenden wir uns nun dem Interieur zu.

Nach dem Entfernen der Seitenteile erblicken wir wieder bekanntes aus bisherigen Lian Li-Gehäusen. Der Bereich für vier optionale 5,25"-Laufwerke befindet sich im oberen Teil. Dieser wurde als Blende bis hin zum Netzteil gezogen, um dieses dahinter verstecken zu können und mit einem Kantenschutz versehen. Alle anderen Kanten sind entweder entgradet oder umgefalzt. Im Laufwerksschacht befinden sich oben die Anschlusskabel für USB, Audio und Firewire, welche praktischerweise in einer Kabelschelle befestigt sind. Zudem sind zur Vibrationsdämpfung der Seitenteile oben kleine Federblättchen und unten Plastikerhebungen eingebaut.

 


Unter den Laufwerksschächten ist die Lüftersteuerung verbaut. An dieser sind bereits zwei Verlängerungskabel für die beiden enthaltenen 120 mm Lüfter, sowie ein Temperatursensor verbaut. Unter der Lüftersteuerung ist der Frontlüfter platziert, welcher im Gegensatz zum an der Rückwand verbauten Hecklüfter keine Lüfterblende aufweist. Im Luftstrom des Frontlüfters liegt praktischerweise der Festplattenkäfig. Dieser ist aus Platzgründen horizontal um 90° zur Seitenwand gedreht eingebaut und bietet Platz für vier 3,5"-Geräte, welche ebenfalls in bekannter Lian-Li-Manier entkoppelt eingesetzt werden.

 


Der Mainboardträger ist, genau wie das Maschengitter der Seitenwand, fest vernietet und lässt sich somit nicht zur Montage entnehmen. 

 




Funktionalität


Ohne Hardware ist ein Gehäuse genau so nutzlos, wie ein Porsche ohne Motor. Ebenso nutzlos ist der Porsche mit einem, vor Kraft strotzendem, LKW-Motor, da dieser nicht verbaut werden kann. Deshalb haben wir uns das Platzangebot genauer angesehen.

Der Einbau eines Netzteils gestaltet sich relativ unkompliziert. Nach der Entnahme der Netzteilblende kann man es an dieser montieren und von außen in das Gehäuse einschieben, sowie anschließend fest verschrauben. Selbst ein Enermax Galaxy 1000W mit seinen 22 cm Länge findet Platz, ohne an die Kabelschelle zu gelangen oder die längere Laufwerke zu beeinträchtigen. Entgegen anfänglicher Vermutung, lässt sich unter dem Maschengitter des Deckels kein Lüfter verbauen. Zum Einen ist der Abstand zum Netzteil zu klein und zum Anderen ist dieses mit den Schraubenabständen von 105 x 105 mm nicht passgenau. Es dient also lediglich der passiven Entlüftung.

Die Kabel für USB, Audio und Firewire sind ausreichend lang, um an die Mainboardanschlüsse zu gelangen, allerdings sind sie relativ starr. Möchte man die Kabel an der Rückwand verlegen und nicht quer durch das Gehäuse spannen, so sollte man den Einbau von kurzen Laufwerken für den obersten Laufwerksschacht in Betracht ziehen oder eben dort keines oder eine Festplatte verbauen. Mit der beiliegenden Kabelschelle kann man diese am Mainboardträger befestigen. Die Kabel für Power- und Resetschalter, sowie für die Power- und HDD-LED  sind ebenfalls lang genug. Mithilfe der beiliegenden Kabelbinder lassen sich alle Kabel des Gehäuses zusammenfügen und können so verlegt werden, dass sie weniger auffällig und luftstromstörend sind.

Die Laufwerksblenden lassen sich sehr leicht entfernen. Dazu wird lediglich mit sanftem Zug die Frontblende des Gehäuses entfernt und die Laufwerksblenden an den Seiten leicht zusammengedrückt. Obwohl die Laufwerke nur verschraubt werden, übertragen sich kaum Vibrationen auf das Gehäuse, sodass dieses nicht anfängt zu klappern, wenn einmal eine CD mit voller Geschwindigkeit eingelesen wird. Diesem kommen auch die gummierten Standfüße des Gehäuses zu Gute. Man kann es also ohne Weiteres auf dem Schreibtisch platzieren. Wer den Einbau einer Wasserkühlung beabsichtigt, kann entweder einen externen Radiator aufstellen, oder mit etwas Geschick und Bastelaufwand einen 120 mm oder 240 mm Radiator oben in den Deckel einbauen. Beachten sollte man aber folgendes:

  • Das Netzteil sollte kleiner sein als 170 mm.
  • Der Radiator muss in einem Laufwerksschacht Platz finden, also max. 145 mm breit sein.
  • Der Kabelclip an der Innenseite des Deckels fällt weg.
  • Die Anschlüsse mit samt der Abdeckung im Deckel müssten bei einem 240 mm Radiator weichen.


Zur Befestigung der Komponenten wird beim BlackPearl II vorrangig auf Schrauben gesetzt. Einzig die Festplatten werden mit Antivibrationsgummis in den Festplattenkäfig eingerastet und können zur Sicherheit mit einer Schraube befestigt werden. Allerdings werden dadurch wieder Vibrationen an das Gehäuse abgegeben und der Effekt der Gummis zunichte gemacht. Trotz auf den Kopf Drehen des Towers und leichtem Schütteln behielten die Platten ihre Position auch ohne zusätzliche Befestigung. Die LAN-Tauglichkeit kann für diese Befestigungsmethode also erteilt werden. Problematisch wird es bei der Anbindung der HDD's. Hier sind gewinkelte SATA / IDE und Stromanschlüsse Pflicht, da diese sonst mit der Seitenwand kollidieren. Zudem lassen sich die Festplatten nur so verbauen, dass man von außen durch das Maschengitter alle Kabel sehen kann, auch wenn man den Käfig um 90° dreht. Der um 180° gedrehte Einbau ist aufgrund des hereinragenden Mainboardträgers nicht ohne Bastelaufwand möglich, denn man kann keine Stromkabel an die Festplatten anschließen. Der geübte Bastler müsste vier neue Löcher bohren und den HDD-Käfig entsprechend weiter zum linken Seitenteil und näher an den Frontlüfter verschieben.

 


Möchte man noch eine Wasserpumpe, wie etwa eine Laing, oder ein Floppy-Laufwerk, um es beispielsweise für Bios-Updates oder Treiberimplementierungen unter Windows XP zu nutzen, in den HDD-Käfig einbauen, so kann man mit etwas längeren Schrauben und zwei Antivibrationsgummis diese in den HDD-Käfig einsetzen. Leider ist letzteres dann nur mit abgenommener Seitenwand nutzbar.

Der Einbau von Mainboard und PCI-Geräten gestaltet sich ebenso problemlos. Wird allerdings eine Grafikkarte wie die ATI Radeon HD4870X2 bzw. NVIDIA GTX280 eingebaut, so wird es eng. Beide Grafikkarten haben eine Länge von etwas unter 27 cm, was nur einen halben Zentimeter Zwischenraum zum Festplattenkäfig lässt. Da bei Beiden die Stromanschlüsse seitlich verbaut sind, finden die Karten gerade noch genügend Platz im Gehäuse, insofern der Festplattenkäfig nicht um 90° gedreht eingesetzt wurde.

Wenden wir uns nun zum Highlight des Midi-Towers zu: Der Lüftersteuerung. Wie bereits oben beschrieben, können mit ihr ein Temperatursensor ausgelesen und bis zu vier Lüfter geregelt werden. Das eingelassene Front-Display wird getrennt vom beleuchteten Hersteller-Logo mit Strom versorgt, wodurch letzteres bei Bedarf abgeschaltet werden kann. Des Weiteren befindet sich innen an der Steuerungsplatine ein kleiner Schalter, mit dem man die Ausgabe der Temperatur zwischen °F und °C umstellen kann. Insgesamt liegen drei 3-Pin-Verlängerungskabel bei, zwei davon sind bereits montiert. Die beiden bereits verbauten 120 mm-Lüfter können grob im Bereich von 1000-1500 U/min geregelt werden. Leider ändert sich dies mit jedem neuen Einschalten. Als niedrigster Wert konnten 840 U/min ermittelt werden, der höchste Wert betrug 1510 U/min. Ab etwa 1000 U/min hört man ein deutliches, aber noch nicht störendes Rauschen. Als Hauptübeltäter stellte sich die innen liegende Lüfterblende des Hecklüfters heraus. Nach deren Ausbau war kaum noch Rauschen vorhanden. Ab etwa 1300 U/min sind beide verbauten Lüfter deutlich aus dem geschlossenen Gehäuse wahrnehmbar. Wir empfehlen, hier die Lüfter zu entkoppeln, da sich so weitaus weniger störende Vibrationen auf das Gehäuse übertragen. Dabei müssen wir anmerken, dass die angezeigte Lüfterdrehzahl von den verwendeten Lüftern abhängt. Wird also ein Exemplar mit höherer Drehzahl bei gleicher Spannung dazu gesteckt, so zeigt die Steuerung nur die Drehzahl des am schnellsten drehenden Lüfters an. 

Regeln kann man die Lüfter über zwei kleine Tippschalter an der Gehäusefront, rechts bzw. links vom Display. Diese lassen sich nahezu stufenlos betreiben. Aber auch hier steckt der Teufel im Detail: Tippt man den Schalter, steigt die Umdrehungszahl unterschiedlich hoch. Innerhalb des Regelbereichs der verbauten Lüfter kamen als niedrigster Stufenwert 7 und als höchster 20 heraus, je nach dem, wie "lange" man auf den Schalter tippt. Eine temperaturabhängige Regelung ist nicht möglich. Der Regelbereich geht von max. 6,95 V bis min. 11,85 V (gemessen mit einem Voltcraft Digital-Multimeter VC 404). Schaltet man den PC an, so regelt sie sich bei etwa 1200 U/min bzw. 10,32 V ein. Wird der PC herunter gefahren, so müssen beim nächsten Start die Lüfter erneut justiert werden. Für Anwender, die möglichst genau regeln möchten und den schmalen Grad zwischen Lautstärke und Leistung suchen, ist die Lüftersteuerung nicht, für eine normale Nutzung aber vollkommen ausreichend.

 


Ist die Beleuchtung des Aplus-Logos mit Strom versorgt, so scheint bei genügend Dunkelheit ein kleiner blauer Schimmer durch die Lüftungsschlitze der Frontblende. Der Powerknopf ist ebenfalls blau beleuchtet. Einzig der Resetknopf erstrahlt bei Festplattenaktivität in rot.