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ROCCAT PYRA Wireless Review - Testsystem, Verfahren & Praxiseinsatz

Für den Test wurden verschiedene Systeme herangezogen:

  • AMD Phenom II X4 940 BE, Gigabyte GA-MA785GM-US2H, 4 GB Exceleram DDR2-1066, OCZ Vertex 60 GB, Windows 7 Professional x64
  • One C7002 Notebook mit einem Intel T8300, 4 GB DDR2-800, 250 GB HDD, Windwos Vista HP x64
  • AMD Phenom II X2 550 BE, Gigabyte GA-MA78GM-UD3H, 4 GB DDR2-1066, 200 GB HDD, Windows XP SP3, Novell/SuSe Linux 11.2 und Ubuntu 10.04

 

Basierend auf diesen Systemen wurde die Maus in der oben angegebenen Reihenfolge folgenden Testbereichen zugeordnet: Gaming, Office und Betriebssystem-Kompatibilität. 

Für den Gaming-Test haben wir uns Command&Conquer: Tiberium Twilight (Echtzeitstrategiespiel) und Star Wars: Battlefront II (Shooter) heraus gesucht. Als Office-Anwendungen kamen Gimp 2.6, Adobe Photoshop CS2, Microsoft Office 2007 und die Browser Opera 10.60 und Internet Explorer 8 zum Einsatz.

 

Installation und Einrichtung

Zunächst haben wir uns der Installation der Maus gewidmet. 

Bevor man die PYRA an sein System anschließen möchte, empfiehlt es sich bei einem Windows-Betriebssystem die alte Maus samt Treiber zu deinstallieren und den PC gegebenenfalls neu zu starten. Nun legt man die beiden beiliegenden Akkus wie beschrieben in den dafür vorgesehenen Schacht und schaltet die Maus auf der Unterseite an. Dabei ist darauf zu achten, dass keine weiteren Knöpfe berührt werden, da bei der gleichzeitigen Betätigung der beiden EASYSHIFT[+]-Tasten beim einschalten die Tastenbelegung auf Rechts- bzw. Linkshänderbetrieb umgestellt wird. Somit ist es möglich, dass man die Maus bzw. den Arbeitsplatz ggf. schnell und unkompliziert an einen Kollegen oder Freund übergeben kann, ohne gleich im Maustreiber die Einstellungen ändern zu müssen.  Ist dies vollbracht, platziert man den USB-Nano-Receiver an einem freien USB-Port bzw. USB-Hub-Port, wobei wir die erste Variante aus Kompatibilitätsgründen empfehlen. 

Jetzt kann der PC mit dem gestartet werden. Beide Linux-Varianten erkennen die Maus als Standard-Maus und stellen entsprechend nur wenige Funktionen bzw. nutzbare Tasten bereit. Einstellungen bzgl. Sensibilität und Klick- bzw. Scrollgeschwindigkeit sind hier bereits das Höchstmaß an Einstellungsmöglichkeiten.

Anders sieht es bei den Windows-Betriebssystemen aus. Hier wird die ROCCAT PYRA zunächst zwar ebenfalls als Standard-Maus erkannt, nach der Treiberinstallation und dem damit verbundenen Neustart  bietet sich jedoch eine deutlich größere Funktionsvielfalt.

 

 

Werfen wir einen kurzen Blick auf das Treibermenü.

Das Hauptmenü zeigt sich gewohnt voller wichtiger Einstellungen. Von der DPI-Festlegung über die Scrollgeschwindigkeit, bis hin zur Klickgeschwindigkeit sind alle wichtigen Parameter enthalten. Zusätzlich findet man einen Treiber-Reset-Button, sowie den Profilmanager, bei dem zwar "Game Profiles /PYRA" steht, dieser aber auch für alle anderen Anwendungen, z.B. Bildbearbeitungsprogramme oder Office-Anwendungen, nutzbar ist. Legt man hier Einstellungen für bestimmte Programme fest und weist die entsprechende Programmdatei dem Profil zu, so übernimmt der Treiber automatisch bei Programmstart die entsprechenden Einstellungen. Der Clou dabei: Hat man mehrere Anwendungen mit gespeicherten Profilen geöffnet, wird jeweils genau das Programmprofil aktiviert, dessen Fenster gerade aktiv geschaltet ist.  

Im Zweiten Treiberfenster kann man im linken Bereich jeder Maustaste eine entsprechende Funktion zuweisen. Im rechten Bereich legt man die EASYSHIFT[+]-Belegungen der einzelnen Tasten fest. Genau wie bei den  Einstellungsprofilen der Hauptseite kann man nun zu den entsprechenden Programmprofilen noch Tastenbelegungen speichern. Der Macro-Manager kann dabei zur Erstellung von Combos in Spielen oder Tastenkombinationen von Programmfunktionen zu Hilfe genommen werden. Erfreulicherweise werden die ersten fünf Profile direkt in der Maus gespeichert- sie stehen somit an jedem PC zur Verfügung, an dem man die Maus installiert. Dennoch sollte man die Profile im entsprechenden Ordner auf dem PC als Backup zur Verfügung haben.

Das letzte Treiberfenster bietet Buttons zur Treibersuche bzw. Supportanfrage. 

Praxiseinsatz

 

Alles in Allem kann man eines festhalten: Die PYRA gibt man nicht mehr her. Bereits nach wenigen Minuten Eingewöhnungszeit hat man einen Großteil der Tastenbelegungen verinnerlicht und steuert den Browser, den Media Player, sowie Windows fast ausschließlich per Maustasten. Bildbearbeitung und Texterstellung waren nie einfacher als jetzt. 

Im Spieleeinsatz gibt es jedoch eine Einschränkung: Bevor man die Combos und Tastenkombinationen per EASYSHIFT[+] nutzen kann, muss man sich die entsprechenden Tastenabfolgen aufschreiben und das Programm beenden bzw. minimieren (falls möglich). Ist diese kleine Hürde jedoch gemeistert, ist der Einsatz kinderleicht.  

Die Maus liegt kontinuierlich fest und rutschsicher in der Hand. Übermäßige Schweißentwicklung oder ähnliches konnten wir nicht feststellen. In allen Situationen hatte man die Maus fest im Griff und die Möglichkeit, die Tasten ohne Fingerbrüche und Krämpfe zu nutzen. Dank ihrer sehr guten Gleitpads ist die PYRA Wireless zudem, im Vergleich zu anderen Gamingmäusen, sehr leise auf einer festen Unterlage unterwegs. Das Klickgeräusch liegt zwar auf einem vergleichbaren Niveau, das Scrollrad ist jedoch deutlich leiser und somit in keiner Situation annähernd störend.

Dank der 1000 Hz-Technik bietet die PYRA eine entsprechend hohe Präzision. In Paint konnte man z.B. ohne irgendwelche Probleme in jeder möglichen Geschwindigkeit bzw. Beschleunigung ordentliche, durchgängig Linien ohne größere Treppenstufen zeichnen- das schaffen selbst nur wenige Kabelmäuse im selben Umfang. Höchste Präzision in Shootern ist somit ohne Weiteres auch mit einer Funkmaus möglich. 

Mit einer vollen Akkuladung der beiliegenden Exemplare kamen wir auf einen durchschnittlichen Einsatzzeitraum von knapp 15 h Officebetrieb bzw. etwa 6 h Gaming. Wird die Maus jedoch etwa zwei Minuten lang nicht bewegt schaltet sie sich automatisch in den Ruhemodus. Durch Drücken eines Knopfes erweckt man sie wieder und kann sofort weiter arbeiten. Dieser Stromsparmodus ist derart praktisch, dass man den unten liegenden, mit kurzen Fingernägeln nur schlecht erreichbaren Ein/Aus-Schalter nicht nutzen muss, denn die Maus ist praktisch vollkommen abgeschaltet. Innerhalb der Nutzung über zwei Tage konnte auch nach mehrmaliger Prüfung kein Unterschied in der Laufzeit zwischen der kompletten Abschaltung per Schalter bzw. der Nutzung des automatischen Stromsparmodus' entdeckt werden. 

Doch nicht nur der Ein/Aus-Schalter weist kleine Probleme auf. So kann man zwar etwa 6 h mit den beiliegenden Akkus mobil Spielen, die Ladezeit im Betrieb beläuft sich dann aber mit 9 h auf einem recht hohen Niveau. Lässt man die Maus über Nacht am Kabel dauert es immernoch ganze 4 bis 6,5 Stunden (je nach Mainboard) bis die PYRA wieder vollständig mobil einsetzbar ist. Ein weiterer Nachteil entsteht durch das Ladekabel selbst: man benötigt zwei freie USB-Ports; einen für den Wireless-USB-Nano-Receiver, einen zweiten für das Ladekabel. Nutzt man noch ein USB-Headset erschöpft sich bereits der USB-Port-Vorrat der meisten Laptops. Weiterhin etwas Problematisch ist die Ladekontrollanzeige. Diese befindet sich mittig auf dem Mausrücken und blinkt im geladenen Zustand sehr langsam pulsierend, bei schwachem Akkustand blinkt diese dauerhaft und schnell. Je nach Handgröße kann man diese Anzeige aber leicht verdecken und somit übersehen. Erst ein unbändig umher schwirrender Mauszeiger zeigt dann unmissverständlich an, dass man das Ladekabel schleunigst anbringen sollte.