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Die Maus mit Software

Wie wir bereits sehen konnten, bietet die Software etliche Einstellungsmöglichkeiten, die das
wahre Können der MX Revolution überhaupt erst zur Geltung bringen. Dazu muss diese jedoch erst einmal installiert und konfiguriert werden.

Wir haben schon am Anfang festgestellt, dass der Treiber ein Paket ist, welches für alle Logitechprodukte gedacht ist. Es erkennt das Produkt selbständig und installiert die nötigen Dateien und Programme. Der Vorgang der Installation erfolgt standardmäßig und ist ohne größere Hürden zu bewältigen. Der Benutzer darf den Installationsordner frei wählen, Werbung wird nur auf ausdrücklichen Wunsch des Anwenders mitinstalliert. Ein Neustart ist ab Version 4.00 nicht mehr zwingend erforderlich, dennoch ratsam.

Die Updatefunktion arbeitet übrigens weitestgehend tadellos. Neben der Tatsache, dass SetPoint keine Installation einer älteren Version zulässt und den PC daraufhin neustartet, ohne auch nur davor zu warnen, ist der einzige Kritikpunkt an der Updatefunktion, dass der Anwender eine circa 50MB große Installationsdatei des Komplettpaketes SetPoint herunterlädt. Der seltenen Spezies der ISDN-User dürfte das weniger Freude bereiten, da sie Dateien für alle Logitechprodukte durch die engen Leitungen ziehen dürfen, die sie gar nicht brauchen. Ein produktspezifisches Update wäre wünschenswert. Dafür erkennt die Installation jedoch den Ordner in welchem die alte SetPoint-Software liegt und installiert sie nach Bestätigung direkt in diesen. Sogar die vorher vorgenommenen Einstellungen werden weitestgehend beibehalten. Neben wieder auftauchenden Programmen, die wir eigentlich gelöscht hatten (dazu später mehr), entschied sich lediglich die One-Touch Search Taste zu einer Prioritätenüberdenkung.

Nach der Installation von SetPoint erwacht das linke Daumenrad zum Leben und ermöglicht ein Umschalten zwischen den geöffneten Programmen, wodurch es eine lohnende Alternative zu der Tastenkombination Alt + TAB darstellt.

Ebenfalls erweckt werden jedoch auch erste Softwareinkompatibilitäten. Die Installation der Software, ganz gleich welche Version, führte mit dem Testsystem zu Excel Fehlermeldungen nach dem Schließen eines Exceldokumentes. Der Fehler war beliebig reproduzierbar, konnte uns von Logitech jedoch nicht als bekannt bestätigt werden. Sobald die Software deinstalliert wurde, lief Excel wunderbar.
Aber welche Software ist schon perfekt, kleine Macken haben sie ja alle. Klein geht es allerdings nicht gerade weiter.

Im Bereich „Spiele“ ist die Möglichkeit gegeben die Betriebssystemeinstellungen mit denen von SetPoint zu überschreiben. Umgekehrt kann man auch lediglich die Betriebssystemeinstellungen verwenden. Fehlerfrei arbeitet diese Einstellung leider nicht. Somit scheint sich die Mausgeschwindigkeit bei jedem Neustart zu addieren, insofern man jene Einstellungen vom Betriebssystem gewählt hat. Sobald SetPoint geladen wird, reagiert der Zeiger blitzartig auf die kleinste Bewegung. Nun ist es ratsam SetPoint zu öffnen und einmal zwischen den Betriebssystem- und SetPoint-Einstellungen hin und her zu wechseln, damit die Mausgeschwindigkeit wieder wie gewünscht ist.
Wählt man die Mausgeschwindigkeit von SetPoint, tritt dieser Fehler übrigens nicht auf.

Durch die vielen Einstellungen, besonders für einzelne Programme, verhält sich die Maus potentiell mit jeder Applikation anders. Das ist im Grunde eine gute Idee von Logitech. Leider ist auch diese nicht ganz sauber durchdacht worden, was den Anwender zu viel Kleinarbeit zwingt.
So lässt es der Programmmanager nicht zu, dass man ein Programm nur für eine eigene Tastenkonfiguration lädt. Sobald man SetPoint ein Programm in den Manager lädt, muss dieses in allen drei Unterpunkten, die eine programmspezifische Programmierung anbieten, Einstellungen zugewiesen bekommen. Es geht somit also nicht, dass man für Word eine eigene Tastenzuweisung angibt, ohne dass man für das Programm ein eigenes Scroll- und Zoomverhalten angeben müsste.
Dem aber nicht genug, weist insbesondere Word auch noch einen Scrollbug auf. Sobald man SmartShift für dieses Programm deaktiviert und in einem Word-Dokument scrollt, wird man nach dem Stehenbleiben des Scrollrades immer eine Zeile zurückgeworfen. Somit wird man niemals per Scrollen an den oberen Rand eines Dokumentes gelangen. Wer also eine persönliche Tastenbelegung möchte, nicht aber mit SmartShift arbeiten will, der darf sich künftig mit diesem Bug herumschlagen dürfen.

Und da kleine Bugs bei SetPoint in Mode zu sein scheinen, gesellt sich gleich noch einer dazu.
Der vertikale- sowie horizontale Bildlauf funktioniert nämlich auch nicht wie gewünscht. Zwar verändert sich die Scrollgeschwindigkeit durchaus, jedoch hat man eher das Gefühl, dass die Software die gerade vorgenommenen Einstellungen willkürlich und nicht sofort umsetzt. Meistens passiert aber ohnehin folgendes: Gar nichts. Eine Konfiguration über die Systemsteuerung verspricht da mehr Erfolg als die vier Schieberegler von SetPoint.

Die wohl beunruhigendste Erfahrung beim Testen war für uns der hakende Mauszeiger. Direkt nach dem Installieren von SetPoint wollte die Maus nicht mehr so präzise laufen wie sie es eigentlich können sollte. Der Vergleich mit einer Razer Diamondback sowie einer MX1000 sprach Bände. Je nach installierter SetPoint-Version (die älteren liefen weniger gut als die 4.00) und je nach gewählten Einstellungen hakte der Zeiger mal mehr, mal weniger. Reproduzierbar war hierbei alles. Zeitweise haben wir ganze 20 Sekunden benötigt, um den Rand eines Fensters zu treffen. Ein präzises und stressfreies Arbeiten war somit nicht möglich.
Natürlich haben wir in Zusammenarbeit mit glücklichen MX Revolution Besitzern und dem Logitech-Service alles versucht, um das Problem zu lokalisieren und auszubügeln. Es war uns allerdings nicht möglich. Nach geschlagenen 3 Tagen und etlichen wahrscheinlichen, sowie unwahrscheinlichen Versuchen, mehreren Gesprächen mit Mausbesitzern, die ähnliche Probleme haben oder hatten, haben wir die Maus schließlich im Elektronikfachmarkt getestet. Denn obgleich ein Besitzer der Revolution durch das Verrücken seines PCs um 20 Zentimeter das Ruckeln loswerden konnte, hielten wir derartige Methoden nicht gerade für orthodox. Immerhin lag der Empfänger der Maus mittlerweile per USB-Verlängerungskabel auf dem Mousepad.
Im Elektronikfachmarkt durften wir die Maus dann auf zwei verschiedenen Systemen testen. Abgesehen davon, dass ein System nach der Installation der Software und dem anschließenden Reboot unerklärliche Fehler produzierte, die erst nach dem Ziehen des Empfängers und einem erneuten Start verschwanden, hakte die Maus hier in keinster Weise. Das Problem scheint also, wie sich schon in den Foren zeigte, nur sporadisch und nicht bei jedem Anwender aufzutreten. Taucht es jedoch auf, ist ihm mit konventionellen Methoden scheinbar nicht beizukommen.