Praxiseinsatz


Wenn man die Orbita Mouse das erste Mal in der Hand hält, steigt die Neugier, wie sie sich denn wohl im Betrieb anfühlen würde. Wie nicht anders zu erwarten, ist für den Betrieb der Orbita nicht zwingend der mitgelieferte Treiber notwendig. Die in Windows integrierten Standardtreiber gewährleisten einen grundlegend reibungslosen Gebrauch. Aufgrund der ungewöhnlichen Tasten empfehlen wir aber unbedingt, den spezifischen Orbita-Treiber trotzdem zu installieren und mit der Belegung der Tasten zu experimentieren.

Im Grundzustand sind lediglich der linke und der rechte Mausbutton vorkonfiguriert. Der mittlere Mausbutton muss erst zusätzlich über den Treiber aufgerufen werden und kann dann z.B. auf den silbernen Button gelegt werden. Standardmäßig schaltet dieser Button zwischen vertikalem und horizontalem Scrollen um.

Die grundlegenden Einstellungen lassen sich unter "Grundfunktionen" konfigurieren. Weiterhin gibt es den Modus "Erweitert". In diesem lassen sich weiterreichende Einstellungen vornehmen. So lassen sich den Maustasten auch einzelne Funktionen der Tastatur zuweisen, Multimediabefehle zuordnen oder die Tasten gar ganz außer Betrieb nehmen. Gerade die Multimediabefehle bieten Raum für eine sehr individuelle und innovative Steuerung des PCs. Neben Audiobefehlen lassen sich z.B. auch Befehle des Standard-GUIs (Kopieren, Ausschneiden, Rotieren, Skalieren usw.) auswählen. Zusätzlich zu den Tasten lassen sich auch die Funktionen des Scrollrades und der Richtungsbewegung tauschen. So kann z.B. auch durch das Bewegen der Maus nach vorn gescrollt und durch Drehung des Rades der Mauszeiger bewegt werden. Dies kann bei der Bildbearbeitung von Interesse sein. Hier haben sich die Entwickler wirklich Gedanken gemacht, um dem Nutzer einen echten Mehrwert zu bieten und von der innovativen Baugeform Gebrauch zu machen. An dieser Stelle sei allerdings darauf hingewiesen, dass der erweiterte Konfigurationsmodus nicht unter Mac OSX verfügbar ist. Allerdings, so erklärt es der Hersteller, lasse sich die Orbita unter Windows konfigurieren und die so erstellen Funktionen dann auch unter OSX so nutzen, da die Maus die Konfiguration intern speichert. Warum der Treiber unter OSX beschnitten wurde, weiß wohl nur der Hersteller selbst.


Bevor man sich jedoch in den Tiefen der Funktionen verliert, muss der Orbita durch ein Kalibrierungs-Ritual beigebracht werden, wo oben und unten ist. Dies ist nötig, da das Scrollrad um 360° gedreht werden kann und keine Orientierung anhand der Form der Maus möglich ist. Um die Kalibrierung zu initiieren, muss der kleine unscheinbare Dreiecksbutton auf der Oberseite der Orbita betätigt werden. Sie verfällt daraufhin in ein rhythmisches Piepsen und dann muss innerhalb von ca. zehn Sekunden das Scrollrad zweimal komplett gedreht werden (720°). Ist dies durch erneuten Druck auf den Dreiecksbutton bestätigt, muss selbiger nach oben, also zur oberen Desktopkante hin, orientiert werden. Ein letzter Druck auf die nun schon bekannte Taste schließt die Kalibrierung ab. Die Orbita merkt sich nun mit Hilfe des internen elektronischen Kompass, in welche Richtung der Mauszeiger virtuell bewegt werden muss. Das ganze hört sich komplizierter an, als es ist und muss lediglich bei Neuorientierung des Arbeitsplatzes wiederholt werden. Hinzu kommt, dass das Prozedere verständlich in der Anleitung erklärt wird.

Beim Gebrauch als gewönliche Maus lässt sich im Betrieb unter XP und Vista ein Unterschied feststellen. Unter Vista lässt sich "Smooth Scroll" nutzen. Wie der Name schon sagt, wird so ein noch feineres Scrollen möglich. Es sei jedoch erwähnt, dass "Smooth Scroll" und somit Vista nicht unbedingt von Nöten ist, um die Orbita Mouse sinnvoll zu nutzen. Trotzdem kann man diesem Feature nicht den erhöhten Bedienungskomfort absprechen. Erstaunlicherweise ist es relativ schwierig, ein gleichmäßiges Scrollen über lange Scrollwege hinweg zu erzielen. Durch die mehr oder weniger schwebende Handhaltung beim Scrollen bedarf es einiger Übung und Koordination, um Gleichmäßigkeit in die Scrollradbewegung zu bringen. Auch spielt hier das gleichmaßige Drehen bei der Konfiguration eine nicht unwesentliche Rolle. Der LED-Sensor der Maus ist von hoher Qualität und zeigte sich bei der Benutzung erfreulich unauffällig und ließ sich nicht durch unterschiedliche Oberflächen beeindrucken. Lediglich auf durchsichtigen bzw. stark spiegelnden Oberflächen war ein sauberer Betrieb nicht möglich. Das ist allerdings auch bei den LED-Produkten der Konkurrenz so, sodass hier nicht von einem Mangel die Rede sein kann. Die Funkverbindung erwies sich ebenfalls als sehr stabil und überbrückt auch größere Distanzen problemlos. Auch bei der Stromversorung haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet, denn auch hier zeigt die Orbita keine Schwächen. Nicht nur, dass die Akkulaufzeit ohnehin sehr lang ist, so dürfte man aufgrund der wiederaufladbaren und des als Ladestation agierenden Funkempfängers wohl nie in Energiemangel geraten. Die verbauten Akkus sind jedoch nicht austauschbar integriert.

Spielen gestaltet sich mit der Orbita generell als äußerst schwierig. Die Bedienung von schnellen Spielen, wie Shootern bespielsweise, kann damit nicht annähernd so gut umgesetzt werden, wie mit einem konventionellen Eingabegerät. Die Umgewöhnung beim Spielen ist einfach zu groß, als dass der Lernaufwand sich irgendwann rentieren würde.


Es sei erwähnt, dass die Benutzung der Orbita generell zunächst einer Gewöhnungsphase bedarf. Die unübliche Steuerung dieser Maus weicht einfach zu sehr von den gewohnten Bewegungsschemata ab, sodass gerade in den ersten Stunden der Nutzung durchaus der ein oder andere Frustmoment auftritt, weil man sich einfach zu sehr darauf konzentrieren muss, die Maus korrekt zu bedienen. Muss man also produktiv sein, wird man mit der Orbita zunächst nicht sonderlich glücklich werden. Wir haben festgestellt, dass am Anfang ein Wechsel zwischen eine konventionellen Maus und der Orbita die Lernkurve und somit den Frust entschärft. Erfreulich ist auch, dass relativ schnell eine gewisse Routine in die Bedienung kommt. Trotzdem sollte man sich dem anstehenden Lernprozess bewusst sein. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb der Hersteller zwei unterschiedliche Gleitringe mitliefert. Der eine bietet einen höheren Widerstand, was aber in der Eingewöhnungsphase absolut von Nutzen ist. Ohne entsprechende Übung dreht man nämlich nicht exakt mit der Drehachse des Rades, sodass man durch den erhöhten Druck die Maus leicht verschiebt, ohne dass dies überhaupt beabsichtigt ist. Hier kann der Nutzer also wählen.


Etwas, was uns erstaunt hat, war die Empfindlichkeit auf magnetische Gegenstände. Sowohl Lautsprecher als auch andere Metallgegenstände (z.B. Metallgestell des Schreibtisches!) sollten doch auf Abstand gehalten werden (mindestens 35 cm). Diese Gegenstände haben Einfluss auf den internen Kompass und verursachen somit einen "verschobenen Orientierungssinn" und machen somit den Gebrauch der Orbita unmöglich. Fairerweise wird dies aber immerhin in der Bedienungsanleitung erwähnt, sodass man hier wohl nicht primär von einem Mangel, sondern von einer Eigenart der Konstruktion reden muss, dessen sich der Hersteller auch bewusst ist.