Enermax Acrylux Wireless - Praxiseinsatz

Wie eingangs erwähnt, ist der ideale Einsatzort der Enermax Acrylux Wireless der HTPC in der Wohnstube. Das Testsystem besteht aus einem AMD Phenom II X2 550 BE, einem Gigabyte GA-MA785-US2H mit 4 GB  Chaintech Apogee GT DDR2-1066  und den Betriebssystemen Novell/Suse Linux 11.2 (64 Bit), Windows Vista Home Premium (32 Bit und 64 Bit), Windows 7 Home Premium (32 Bit), Windows 7 Professional (64Bit) und natürlich Windows XP Home (32 Bit). Ein HD-Monitor vom Typ LG M2362D, welcher per HDMI angesprochen ist, sowie eine funkbetriebene Logitech G7 runden das Hardwaresetup ab. Zwischen dem Testsystem und den beiden Eingabegeräten befanden sich keine weiteren Gegenstände. 

Testparcour

Folgende Entfernungen zum Testsystem wurden getestet: 25 cm, 50 cm, 1 m, 2 m, 3 m und  5 m. Desweiteren sorgen folgende Kategorien mit den dazugehörigen Anwendungen für ein möglichst breites Einsatzfeld: 

  • Gaming: Assassin’s Creed 2 und Command & Conquer 4: Tiberium Twilight
  • Office: Open Office 3.1.1 (Linux und Windows XP), sowie Microsoft Office 2007 Home & Student (Windows Vista und Windows 7)

Die Praxis

Bevor der Test beginnen kann, muss die Tastatur vorbereitet werden. Zunächst legt man die beiliegenden Batterien, entsprechend des Aufdruckes auf der Innenseite des Batteriefaches, ein, schließt den Deckel und schaltet das Gerät mit dem Schalter auf der Unterseite ein. Auf der Tastaturoberseite leuchtet dabei eine kleine blaue LED für etwa eine Sekunde kurz auf. Anschließend muss nur noch der USB-Adapter an einen freien USB-Port der Platine oder des Gehäuses platziert werden. Eine Treiberinstallation ist unter allen getesteten Betriebssystemen nicht notwendig. Da allerdings die Status-LEDs auf der Tastatur fehlen, kann bei Bedarf auf der Herstellerseite ein Anzeige-Tool für Windows-Betriebssysteme heruntergeladen werden. Die Anzeige ist jedoch nicht dauerhaft, sondern in Form eines Taskleisten-Popups ausgeführt. 

Desweiteren sollte, je nach verwendetem Betriebssystem und dem persönlichen Empfinden, gegebenenfalls die Verzögerung und die Tastenwiederholrate angepasst werden, denn diese Einstellungen sind, verständlicherweise, nicht in allen Betriebssystemen zu 100 % gleich. Zudem sollte die Treibersoftware von Tastaturen anderer Hersteller (z.B. Logitech G15) deinstalliert werden.

Bereits mit dem ersten Tastendruck kann die Acrylux Wireless mit einem weichen, sehr angenehmen Anschlag punkten. Dank der patentierten „Scissors“-Tastentechnologie befinden sich Tastenanschlag und Druckpunkt auf dem Niveau einer guten Notebooktastatur. Einzig die Schreiblautstärke ist im direkten Vergleich mit einem One C7002-Notebook minimal lauter, aber immer noch deutlich leiser, wie die einer Standardtastatur. Selbst in hitzigen Spielsituationen werden die Tastenbefehle 1:1 umgesetzt. Eingabelags bei der dauerhaften, gleichzeitigen Verwendung von Umschalttaste und W- bzw. S-Taste, sowie der zusätzlichen Verwendung anderer Tasten (zum Beispiel: A, D und Leertaste) treten ebenfalls nicht auf. Dank der weichen Gummifüße behält die Acrylux fortwährend ihren Standort bei. Egal ob Glastisch, geflieste Tischplatte, oder schlichtes Holz- die Acrylux kommt mit allen Belägen vorzüglich zurecht. Dank des leisen Tastengeräusches und der weichen Anschläge hat man auch bei längeren Texten Spaß beim Schreiben.

Wo Licht ist, ist auch Schatten - wenn auch nicht im direkten Zusammenhang mit der Tastatur. Je nachdem, welcher anderen (Funk-)Geräte sich in der Nähe befinden, kann es zu Problemen kommen. In unserem Fall sorgte der USB-Adapter der Logitech G7 bzw. die Maus selbst anfangs für Eingabelags, wenn die Adapter nebeneinander an direkt benachbarten USB-Ports angesteckt waren, bzw. die Maus direkt neben der Tastatur lag. Ein Geräteabstand von mind. 15 cm zueinander bzw. der Einsatz der Ladestation der G7 unter Verwendung der USB-Verlängerungsfunktion, sorgten letztendlich für störungsfreies Arbeiten. Ein weiterer Negativpunkt war die Stromsparfunktion für USB-Geräte der Betriebssysteme  Windows 7 und Vista in Verbindung mit einem USB-Hub. Nach etwa 15 Minuten Inaktivität ging die Tastatur planmäßig in den Standby-Modus. Kurz darauf griff die Stromsparfunktion von Windows. Das Resultat war, dass die Tastatur nicht mehr genutzt werden konnte und der USB-Adapter an einem anderen USB-Port reinitialisiert werden musste. Um das Problem zu umschiffen, reicht es, den USB-Adapter direkt an einem boardseitigen Anschluss (Mainboardrückseite bzw. Frontanschlüsse über die Mainboard-Pins) zu betreiben.  

Der einzige, wirkliche Kritikpunkt ist die Position des Ein/Aus-Schalters auf der Rückseite und die Anfälligkeit der kratzfesten Oberfläche gegenüber Fingerabdrücken und Staub. Dank  Schalterposition muss das Gerät stets angehoben und gedreht werden. Befindet sich die Tastatur vorwiegend im Schrank (zum Beispiel bei Verwendung an einem HTPC), fällt dies nicht weiter ist Gewicht, bei einer normalen Nutzung auf dem Schreibtisch kann dieser Umstand jedoch schnell als störend empfunden werden. Gegen Fingerabdrücke und Staub kann das von Enermax beigelegte Microfasertuch verwendet werden.  

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Laufzeit und Beanspruchbarkeit. Bei einer Nutzungsdauer von etwa acht Stunden täglich, mit durchschnittlich je zwei Stunden zusammenhängender Schreibbeanspruchung, Spielzeit, Internetbetrieb bei gelegentlicher Tastenverwendung, sowie Ruhezeit ohne Tasteneingabe, hielten die mitgelieferten Batterien auf den Tag genau vier Wochen durch. Dabei wurde die Tastatur, bei heruntergefahrenem PC, ebenfalls ausgeschaltet. Die kratzfeste Acryloberfläche macht ihrem Namen alle Ehre, zumindest solange, wie keine spitzen oder scharfen Gegenstände mit ihr in Kontakt treten. Ein Metalluhrenarmband am Handgelenk ist also unbedenklich, die Schreibtischschere bzw. Nagelfeile sollten aber möglichst nicht auf die Acrylux fallen.