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ROCCAT SDMS Review - Testsystem, Verfahren & Praxiseinsatz

 

Das Testsystem besteht aus einem AMD-basierten Desktop Computer mit Windows 7 64-Bit als Betriebssystem.

Das Testverfahren ist schnell beschrieben. Neben der Plug & Play Fähigkeit aller Testgeräte, wurden die einzelnen Komponenten auf ihre Versprechen hin untersucht und rein subjektiv beurteilt. So wie eine Review eben läuft: Ein Tester trifft auf mindestens ein Opfer. Und solange sich der Tester hinterher nicht als das eigentliche Opfer fühlt, gibt es vielleicht sogar einen Award.

Eine wichtige Information darf allerdings nicht fehlen: Die Maus Kova wurde mit dem Spiel Unreal Tournament 2004 auf ihre Reaktionsfähigkeit hin überprüft.

Praxiseinsatz Kova, Apuri & Sota

Mit hohen Erwartungen gehen wir in den eigentlich wichtigen Teil einer jeden Review und untersuchen die Testobjekte auf ihren Nutzen hin. Schwarz aussehen, ein bisschen leuchten und mit tollen Schlagwörtern um sich werfen kann jeder. Was steckt hinter all dem Marketing?

Beginnen wir mit Maus, Mousepad und Mauskabelhalter. Positiv fällt auf, dass sämtliche Kombinationen der Maus so funktionieren wie sie es sollen. Die Beleuchtung fällt nicht zu hell aus, bei Bedarf lässt sie sich dankenswerterweise auch komplett deaktivieren. Definitiv ein Pluspunkt. Die Tasten sind angenehm zu drücken, das Klicken fällt normal laut aus. Auch die Daumentasten sind leicht zu erreichen und beim Vor- und Zurückgehen in Ordnern oder Browsern eine willkommene Bereicherung.

Sorgt man für staubfreie Füße und ein staubfreies Pad, läuft Maus angenehm leicht über den Tisch, um nicht zu sagen sie gleitet. Womit wir kurz ein paar Worte über Sota verlieren. Es liegt leider nicht plan auf, sondern wirft eine leichte Welle um den Rand herum. Das war aufgrund der Flexibilität fast zu erwarten und ist schade. Auswirkungen auf die Tauglichkeit hat es allerdings nicht, es sei denn man dirigiert die Maus ganz sanft; doch normalerweise drückt das Gewicht der Hand die Welle unmerklich weg.
Die Größe der Spielwiese ist auf alle Fälle ausreichend, erst recht mit einer hohen DPI von 1600 oder 3200. Selbst 30" Monitore werden so innerhalb weniger Zentimeter überquert. Die Reaktionsfähigkeit beim Spielen hängt somit weniger von der Maus als mehr von ihrem Benutzer ab, was auch der Spieltest eindrucksvoll beweist. Selbst blitzartige Reaktionen werden sauber umgesetzt. Somit braucht man als Spieler vor allem eines: Ein ruhiges Händchen. Hierbei kann natürlich auch ein Zurückschalten der DPI helfen.

Wie sieht es mit Apuri aus? Die vermeintliche Spinne trägt bei richtiger Nutzung (die nirgendwo anschaulich dokumentiert ist) zu einer "kabelloseren" Maus bei. Was genau heißt das jetzt? Je nach Manövrierbedarf auf dem Mousepad, wird man das Kabel nicht mehr spüren oder nur noch in den Randbereichen. Klemmt man das Mauskabel so in das Bungee, dass es einen hohen Bogen durch die Luft beschreibt (der natürlich nicht zu groß sein darf, da er sonst kollabiert), wird man eine Kabelmaus haben, die einen Großteil des Kabelwiderstandes vermissen lässt. Es funktioniert also tatsächlich.

ROCCAT hat den Gummiarm demontierbar gestaltet. Wer das bungee nicht nutzen möchte, dem bleibt ein stets blau leuchtendes USB-Hub mit Stromanschluss. Die Beleuchtung lässt sich übrigens nicht deaktivieren, von dem blau schimmernden ROCCAT-Logo auf der Unterseite sieht der Käufer auch nichts. Das Stromkabel ist ein weiteres auf dem Schreibtisch und mag für einige USB-Geräte sinnvoll sein, es verlangt aber vor allem einen weiteren Steckdosenplatz. Ob das wirklich kluges Platzmanagement ist, das darf jeder für sich entscheiden. Wir haben da unsere Zweifel.

Praxiseinsatz Arvo

Beginnen wir mit der Frage nach der Plug & Play Funktionalität. Die ist schnell geklärt, denn alle Tasten bis auf die fünf Makrotasten funktionieren einwandfrei, auch ganz ohne Software.
Wie sieht es mit dem Anschlag aus? Nun, es ist keine Office-Tastatur mit kurzen Tastenwegen, als besonders lang kann man sie aber auch nicht bezeichnen. Wer Laptops gewohnt ist, der wird seine Sinne neu sortieren müssen, findet sich dann aber schnell zurecht. Die Tasten drücken sich recht leise und nur die Leertaste hat naturgemäß ein bisschen mehr Spiel. Von der Verarbeitung her ist also alles in Ordnung.

Was hat die Verkürzungskur für Folgen im Alltagsgebrauch? Klar dürfte sein, dass man sich an die "Mode" Taste gewöhnen muss bevor die Hand automatisch nach ihr greift, weil man gleich das Numpad nutzen möchte. Logisch ist auch, dass das Arbeiten dadurch verzögert wird. Auch nachvollziehbar ist, dass man auf dem Schreibtisch etwas mehr Platz hat und die Arme beim Spielen eher in Schulterbreite liegen können als mit einer normalen Tastatur.
Drücken wir es so aus: Für Nutzer, die normalerweise einen Laptop vor sich haben, der ohnehin kein oder nur ein unechtes Numpad besitzt (wie z.B. Thinkpads von Lenovo), ist die Arvo sehr angenehm zu nutzen. Hat man sich mal an die F-Tasten in Reihe gewöhnt und kommt man mit dem Anschlag der Tasten klar (was bei jeder neuen Tastatur etwas Zeit braucht), wird man das schöne, zuschaltbare Numpad genießen. Wer natürlich von einer normalen Desktop-Tastatur umsteigt, dem wird vermutlich etwas fehlen. An dieser Stelle sollte eins verdeutlicht werden: Wer Online-Rollenspiele spielt oder aber Titel, die von vielen Sondertasten profitieren, der sollte sich die Roccat Valo näher ansehen. Diese bietet deutlich mehr Funktionen, ist dann allerdings nicht mehr kompakt.

Bleiben wir kurz noch beim Layout, bevor wir uns der Software widmen. Die drei Daumentasten unter der Leertaste sind für normal große Hände ungeeignet platziert (Handschuhgröße M, EU 7, können eine Oktave + maximal eine weitere Taste auf dem Klavier greifen). WASD liegt einfach zu weit entfernt, RDFT wäre besser. ROCCAT hätte diese drei Knöpfe also besser ein Stück weiter links angesetzt.  Und das hat nichts mit dem Abstand in Zentimetern zu tun, sondern mehr mit der anatomisch natürlichen Haltung einer Hand. Die linke Hand liegt normalerweise rechts versetzt vom linken Ellenbogen. Das Handgelenk liegt optimalerweise in einer Linie zu den beiden. Darum sind auch einigen Tastaturen auf dem Markt mit einem kurvigen Tastaturlayout ausgestattet - die Handhaltung ist bei diesen wesentlich angenehmer. Um nun an die drei Makrotasten zu gelangen, muss der linke Daumen weit ausgestreckt werden, wodurch sich die Hand ein wenig nach links dreht. Das ist nicht nur im ersten Moment, sondern vor allem auf längere Zeit unangenehm. Spieler mit großen Händen könnten hier Vorteile haben, allen anderen empfehlen wir die Probe aufs Exempel im Fachhandel.

Der letzte Punkt: Die Software. Per CD mitgeliefert und auch online verfügbar, ermöglicht sie dem Käufer auch die Makrotasten zu belegen. Hier sind den Ideen kaum Grenzen gesetzt. Das übersichtliche und gut sortierte Programm bietet eine Vielfalt an Presets und dazu die Möglichkeit, Tastenkombinationen aufzunehmen und dann unter einem Makro abzuspeichern. Somit lassen sich selbst langwierige Kombinationen unter den Daumen legen. Noch dazu kann der Nutzer mehrere Profile erstellen und diese dann auch bequem wechseln. Ein Profil für jedes Spiel ist somit kein Problem.
Auch interessant ist die Möglichkeit die Windowstasten zu deaktivieren. Auf diese Weise kann das unliebsame Zurückkehren auf den Desktop im Eifer des Gefechtes wirkungsvoll verhindert werden. Abschaltbar sind auch die Tasten TAB, Capslock und der Application-Key.

Unter Windows 7 64-Bit funktionierte die Software in der Version 1.24 einwandfrei. Die Lade- und Speicherzeiten sind kurz, die Menüs erklären sich fast von selbst. Lediglich die "Mute" Funktion zeigt bei digitalem Soundausgang keinerlei Wirkung, ebenso ist die Benennung der Browsermakros mit "Internet Explorer" irreführend, da schlichtweg der Standardbrowser geöffnet wird, also durchaus auch Firefox, Opera oder Konsorten.