AMD DDR3 - kein Traumpaar? Auswertung & Fazit

 

Wir hatten uns mehr erhofft. Vier verschiedene Kits, unterschiedliche Latenzen, abweichende Betriebsspannungen, ein Fazit: Übertakten des Arbeitsspeichers auf aktuellen AMD-Systemen zur Leistungssteigerung ist ein uninteressantes Unterfangen, genauso wie deutliche Mehrpreise für hohen Takt oder scharfe Latenzen des Arbeitsspeichers aus Anwendersicht keinesfalls gerechtfertigt sind. Kriterien für die Auswahl für die meisten Nutzer sind also in der Regel der Preis, Service & Garantiedauer sowie "Untervolting-Potential" oder auch der Lieferumfang - nicht die Leistung in Form von möglichst hohen Taktraten.

Wie die folgenden Seiten bereits zeigen, erfüllt das Silicon Power Kit alle Anforderungen besser als die Konkurrenz und eigent sich sowohl für Übertakter als auch Stromsparer gleichermaßen, die Verarbeitung ist sauber und die massiven Heatspreader kommen den Modulen in jedem Fall zu Gute. Leider sind diese Module noch nicht im Euro-Raum erhältlich.

Etwas gemütlicher gehen es die Corsair-Speicher an, absolvieren aber solide die gestellten Aufgaben und lassen auch für Übertakter noch etwas Spielraum: Genau wie die Silicon Power erreichten auch die Corsair-Module das Limit unseres Testsystems (DDR3-1848), benötigten aber mit 1.9 V gegenüber 1.65 V bereits deutlich mehr Spannung.

G.Skill zeigt mit diesen einfachen Modulen eine gesunde Mischung für den Standard-Anwender. Solide Leistung auf Standardtakt, geringe Betriebsspannung für niedrige Temperaturen und kleinerem Preis. Für Overclocking-Vorhaben aber sollten andere gewählt werden, auch wenn diese G.Skill CL8-Timings bei DDR3-1600 und 1.65 V sicher erreichten.

Mushkin gefällt durch die Möglichkeit, mit CL7-Timings gute Leistungen herauszukitzeln, insgesamt aber kann dieses Kit nicht überzeugen: Betriebsspannungen wie in DDR2-Tagen, fehlerhaft programmiertes SPD oder verwechselte Module und auch der Preis gibt den Speichern leider keinen Vorzug. Nach einem Telefonat mit Mushkin stellte sich heraus, dass diese AM3-Serie wohl ihre Tücken hat und der Verkauf daher momentan gestoppt wird. Wir werden nach Klärung des Sachverhalts einen Nachtest druchführen und dann kann sich das Mushkin-Kit vermutlich wieder dort einreihen, wo es hingehört: In die Riege der guten RAMs.

 

 

Preise
CorsairG.SkillMushkinSilicon Power
Stand: 05.2010118,-100,-117,-n.a.

 

 

Fazit

Wie die Auswertung bereits erahnen lässt, erfüllen zwei der vier hier getesteten Kits die Anforderungen an einen Award. Silicon Power leistet sich keine Blöße, sondern zeigt sich auf unserem AMD-System durchgängig am Besten. Auch wenn noch kein Preis für dieses Kit bekannt ist, verleihen wir ihm unsere begehrteste Auszeichnung - den "Effizienz Award". Sofern der Preis bei Verfügbarkeit im Rahmen bleibt, kann dieses Kit bedenkenlos erworben werden, maximale Flexibilität ist dem Käufer sicher, egal ob er nun Über- oder Untertakten möchte.

 

Silicon Power Kit 4 GB CL9-9-9-24
(DDR3-1600) (F3-12800CL9D-4GBNQ)

 

 

Corsair steht mit seinen Dominator-Modulen sicher am Markt und bietet dem Käufer zum akzeptablen Preis einen optisch und qualitativ hochwertigen Arbeitsspeicher, der als ein guter Allrounder gelten darf: Somit ist die "Gute Wahl" für Corsair gesichert.

 

Corsair XMS3 Dominator Kit 4 GB CL8-8-8-24
(DDR3-1600) (CMD4GX3M2B1600C8)

 

 

Das G.Skill Kit bietet keinen herausragenden Anreiz zum Kauf, so gibt es doch schnellere Kits zu kleinerem Preis und auch Mushkin fällt aus besagten Gründen aus der Reihe, denn preislich mit Corsair identisch, bietet es weniger Leistung, benötigt dafür aber höhere Spannung.  Nach Klärung des Sachverhalts werden wir hier unser Bild gegebenenfalls anpassen. Derzeit sollten andere Mushkin-Speicher in Erwägung gezogen werden, welche zudem günstiger sind: Zu nennen sei hier beispielsweise die neue Stiletto-Serie.

Insgesamt sei noch einmal hervorgehoben, wie wenig schneller RAM auf AMD-Systemen hilft: War es schon bei Intel-Systemen kaum von Bedeutung, ist es bei AMD noch weniger wichtig: Ein Leistungsplus ist zwischen Modulen von DDR3-1066 auf DDR3-1333 oder auf DDR3-1600 schon kaum zu spüren, darüber hinaus jedoch bleibt von Benchmark-Rekorden abgesehen in der Tat nur heiße Luft.

 

Abschließend bedanken wir uns bei allen Herstellern, welche uns ihre Module für den Test auf einer aktuellen AMD-AM3 Platform zur Verfügung gestellt haben. Vielen Dank!

Es bleibt zu hoffen, dass sowohl AMD- als auch Intel-CPUs, Anwendungsprogrammierer sowie Chipsatzhersteller es in Zukunft verstehen, RAM - vorhanden in rauer Menge und zu günstigen Preisen - stärker zu fordern.

 

 
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